Impressum
aktualisiert am 25.05.2010
Erstausstrahlung: 26. Mai 2010, 23.30 UHR, Das Erste
"ERNST REUTER – EIN ZERRISSENES LEBEN"
Susanne Schiebler übernahm den Schnitt sowie das Grafikdesign für diesen 45-minütigen
ARD-Dokumentarfilm. Die animierten Grafikcollagen sind vor allem inspiriert durch Werke
der Künstler John Heartfield und Georg Grosz, beide in den 1920er- bis 1950er-Jahren
Meister der (größtenteils politisch engagierten) Fotocollage und Montage.

"Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt und erkennt, dass ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft,
nicht preisgeben könnt!"
Worte, die Ernst Reuter unsterblich gemacht haben. Am 9. September 1948 auf dem Höhepunkt der Berlin-Blockade gerufen vor
300.000 Menschen auf der größten Massenkundgebung im Deutschland der Nachkriegsjahre. In der Folge der Rede entschieden die
westlichen Alliierten, Westberlin dauerhaft vor dem Zugriff der Sowjets zu schützen – allen Schwierigkeiten zum Trotz.
Und Reuter wurde als der Retter des freien Berlins gefeiert.
Im Ausland war er bekannter als Kanzler Adenauer, immer wieder haben sich amerikanische Präsidenten auf ihn bezogen: von
John F. Kennedy bis Barack Obama. Als Ernst Reuter 1953 stirbt, geben ihm über eine Million Menschen das letzte Geleit – ein
einzigartiges Ereignis der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Seine Leistungen sind heute dennoch fast vergessen. Mehr noch gilt das für die widersprüchlichen und schillernden Facetten
seines Lebens: Deutscher Kriegsgefangener im Ersten Weltkrieg, bolschewistischer Kommissar in Russland von Lenins und Stalins
Gnaden, Generalsekretär der kommunistischen KPD, sozialdemokratischer Verkehrsplaner, Verfolgter der Nazis, Emigrant in die Türkei,
erster Oberbürgermeister von Westberlin.
… weitere Arbeiten im PORTFOLIO